„Elektromagnetische Wellen gehören zu den Dingen, die uns ständig umgeben, obwohl wir den größten Teil davon weder sehen noch unmittelbar wahrnehmen können“
- Licht, Funk, Mikrowellen, Infrarot, Ultraviolett, Röntgen- und Gammastrahlung gehören physikalisch zu einem gemeinsamen Spektrum elektromagnetischer Strahlung.
„Die Welt, in der wir leben, ist deshalb wesentlich stärker von elektromagnetischen Vorgängen geprägt, als es unser Alltag zunächst vermuten lässt“
- Mein Name ist Jakob Diener, ich bin freiberuflicher Redakteur.
„Vom CB-Funk zur elektromagnetischen Welt“
- Mein eigener Zugang zu diesem Thema begann nicht mit einem Physikbuch, sondern mit dem Funk.
- Als CB-Funker beschäftigte ich mich zunächst ganz praktisch mit Funkgeräten, Antennen, Frequenzen und Reichweiten.
- Später kam der Amateurfunk hinzu.
- Damit wurde aus einem Hobby zunehmend ein praktisches Verständnis dafür, dass Funk nicht einfach nur bedeutet, ein Gerät einzuschalten und zu sprechen.
- Hinter jeder Funkverbindung stehen Frequenz, Wellenlänge, Sendeleistung, Antenne, Ausbreitungsweg, Empfangsbedingungen und die Eigenschaften der Umgebung.
- Genau hier beginnt unser roter Faden.
„Was ist eigentlich eine elektromagnetische Welle?“
- Eine elektromagnetische Welle ist eine sich ausbreitende Veränderung elektrischer und magnetischer Felder.
- Elektromagnetische Strahlung benötigt dabei kein materielles Medium wie beispielsweise Schall.
- Im Vakuum kann sie sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.
- Das sichtbare Licht ist deshalb keine grundsätzlich andere Erscheinung als eine Funkwelle.
- Der entscheidende Unterschied liegt vor allem in Frequenz und Wellenlänge.
- Je höher die Frequenz, desto kürzer ist bei gleicher Ausbreitungsgeschwindigkeit die Wellenlänge.
- Je höher die Frequenz, desto höher ist außerdem die Energie eines einzelnen Photons.
- Damit können wir das gesamte elektromagnetische Spektrum von langen Funkwellen bis zu energiereicher Röntgen- und Gammastrahlung betrachten.
„Wellenlänge, Frequenz und Energie“
- Für einen Funkamateur sind Frequenz und Wellenlänge keine abstrakten Begriffe.
- Wer mit einer bestimmten Frequenz arbeitet, hat unmittelbar mit einer bestimmten Wellenlänge zu tun.
- Das beeinflusst unter anderem Antennengröße, Ausbreitung und technische Konstruktion.
- Bei niedrigen Frequenzen sind die Wellenlängen lang.
- Bei höheren Frequenzen werden die Wellenlängen immer kürzer.
- Am anderen Ende des Spektrums liegen Röntgen- und Gammastrahlung mit wesentlich höheren Frequenzen und Energien.
- Damit wird gleichzeitig verständlich, warum unterschiedliche Bereiche des elektromagnetischen Spektrums so unterschiedliche technische und biologische Eigenschaften besitzen.
„Die Antenne – der Übergang von Technik zu Raum“
- Eine Antenne ist im Grunde der Punkt, an dem unser technisches Gerät mit dem elektromagnetischen Raum in Verbindung tritt.
- Sie wandelt elektrische Signale in elektromagnetische Wellen um und kann beim Empfang elektromagnetische Energie wieder in elektrische Signale überführen.
- Dabei gibt es nicht die eine Antenne.
- Es gibt Rundstrahlantennen, Richtantennen, Parabolantennen, Dipole, Yagi-Antennen und zahlreiche weitere Bauformen.
- Die Konstruktion einer Antenne hängt unter anderem von Frequenz, Wellenlänge und gewünschter Abstrahlcharakteristik ab.
„Reichweite – nicht nur eine Frage der Sendeleistung“
- Eine der interessantesten Fragen beim Funk lautet: Wie weit reicht mein Signal?
- Die einfache Antwort „je mehr Watt, desto weiter“ wäre allerdings falsch.
- Die Reichweite hängt von zahlreichen Faktoren ab.
- Dazu gehören Frequenz, Antenne, Antennenhöhe, Gelände, Bebauung, Polarisation, Empfindlichkeit des Empfängers und die jeweiligen atmosphärischen Ausbreitungsbedingungen.
- Ein Signal kann sich direkt zwischen zwei Antennen ausbreiten.
- Es kann sich entlang der Erdoberfläche ausbreiten.
- Es kann an bestimmten atmosphärischen Schichten beeinflusst oder reflektiert werden.
- Und unter besonderen Bedingungen können Funkverbindungen entstehen, die ohne diese Ausbreitungsmechanismen wesentlich schwieriger oder überhaupt nicht möglich wären.
„Warum die Erde beim Funk eine Rolle spielt“
- Auch die Kugelgestalt der Erde gehört deshalb in unsere Geschichte.
- Bei terrestrischen Funkverbindungen spielt die Erdkrümmung eine zunehmende Rolle, sobald die Entfernung größer wird.
- Zwei Antennen können sich deshalb nicht beliebig weit voneinander entfernt befinden und trotzdem eine direkte Sichtverbindung besitzen.
- Die Höhe der Antennen vergrößert den Funkhorizont.
- Genau daraus ergibt sich die Bedeutung von Funkmasten, Relaisstationen und erhöhten Antennenstandorten.
- Und damit entsteht bereits die nächste Verbindung.
- Aus dem einfachen Funkgerät wird ein Netz aus Antennen und Relaisstationen.
„Richtfunk – Reichweite durch Richtung“
- Noch interessanter wird es beim Richtfunk.
- Eine Richtantenne verteilt die verfügbare Sendeenergie nicht gleichmäßig in alle Richtungen.
- Sie konzentriert die Abstrahlung in bestimmte Richtungen.
- Dadurch kann in dieser Richtung eine höhere Feldstärke beziehungsweise ein höherer Antennengewinn erreicht werden.
- Richtfunkverbindungen arbeiten häufig mit möglichst freier Sicht zwischen den beteiligten Antennen.
- Deshalb spielen Antennenhöhe, Gelände und Erdkrümmung eine entscheidende Rolle.
- Damit wird aus der Frage „Wie weit reicht mein Funk?“ eine wesentlich interessantere Frage.
„Auf welchem Weg bekommt mein Signal seine Reichweite?“
“Die Ionosphäre – wenn die Atmosphäre zum Teil des Funkweges wird“
- Für bestimmte Funkbereiche wird die Ionosphäre besonders interessant.
- Die Ionosphäre enthält elektrisch geladene Teilchen und verändert ihre Eigenschaften abhängig von Tageszeit, Sonnenaktivität und anderen Einflüssen.
- Bestimmte hochfrequente Funksignale können unter geeigneten Bedingungen über die Ionosphäre beziehungsweise durch ihre Wechselwirkung mit ionisierten Schichten sehr große Entfernungen überwinden.
- Genau diese Ausbreitung ist für viele Funkamateure besonders faszinierend.
- Die sogenannte Skip-Ausbreitung kann Verbindungen ermöglichen, die weit über die normale Sichtweite hinausgehen.
- NASA beschreibt beispielsweise, dass HF-Signale im Bereich um einige zehn Megahertz durch ionosphärische Schichten beeinflusst werden und dadurch große Reichweiten möglich sind.
- Damit sind wir plötzlich nicht mehr nur bei Antennen und Funkgeräten.
- Wir sind bei der Sonne.
„Die Sonne funkt nicht – aber sie beeinflusst unseren Funk“
- Die Sonne sendet elektromagnetische Strahlung aus und beeinflusst gleichzeitig den Weltraum durch Sonnenwind und andere Teilchenströme.
- Bei Sonneneruptionen können beispielsweise starke Röntgenstrahlung und energiereiche Teilchen entstehen.
- Koronale Massenauswürfe können große Mengen Plasma und Magnetfeld in den Weltraum schleudern.
- Erreicht diese Aktivität die Umgebung der Erde, kann sich die Ionosphäre deutlich verändern.
- Das wiederum kann Funk- und Navigationssysteme beeinflussen.
- NOAA beschreibt beispielsweise, dass Veränderungen der Ionosphäre die Ausbreitung von HF-Signalen im Bereich von etwa 1 bis 30 Megahertz verändern oder sogar unterbrechen können.
- Damit wird aus Weltraumwetter plötzlich ein Thema für den Funkamateur.
„Weltraumwetter – wenn die Sonne in unsere Technik hineinwirkt“
- Weltraumwetter ist vereinfacht gesagt das Wetter des Weltraums in seiner Wechselwirkung mit der Erde.
- Es beginnt bei Vorgängen auf der Sonne und kann Auswirkungen auf Magnetosphäre und Ionosphäre haben.
- Diese Auswirkungen können wiederum technische Systeme auf der Erde erreichen.
- Starke Sonnenaktivität kann beispielsweise HF-Funk, Satelliten, GPS beziehungsweise GNSS, Stromnetze und bestimmte Luftverkehrssysteme beeinträchtigen.
- Ein besonders schönes Beispiel ist GPS.
- Die Signale der Navigationssatelliten müssen die Ionosphäre durchqueren.
- Verändert sich die Ionosphäre, kann sich dadurch auch der Signalweg beziehungsweise die Laufzeit verändern.
- Bei starken Weltraumwetterereignissen können dadurch deutlich größere Positionsfehler entstehen.
- Damit zeigt sich erneut, dass elektromagnetische Wellen nicht einfach nur „durch die Luft fliegen“.
- Ihre Ausbreitung hängt von der Umgebung ab.
„Von der Ionosphäre zum Radar“
- Das Prinzip der Ausbreitung führt uns direkt zum Radar.
- Auch Radar arbeitet mit elektromagnetischen Wellen.
- Ein Radarsystem sendet elektromagnetische Energie aus und wertet die von Objekten zurückkommenden Signale aus.
- Aus Laufzeit, Richtung, Frequenzverschiebung und weiteren Eigenschaften können Informationen über ein Objekt gewonnen werden.
- Radar macht damit etwas Faszinierendes.
- Es macht aus einer unsichtbaren elektromagnetischen Welle eine Information über etwas, das sich möglicherweise viele Kilometer entfernt befindet.
- Und damit kommen wir zu einem entscheidenden Punkt unserer gesamten Analyse.
- Elektromagnetische Wellen transportieren nicht nur Energie.
- Sie können auch Informationen übertragen.
„Von Radar zur Unsichtbarkeit“
- Wenn Radar Objekte erkennen kann, entsteht zwangsläufig die technische Gegenfrage.
- Was müsste man tun, damit ein Objekt für Radar möglichst schwer erkennbar wird?
- Genau hier beginnt die Entwicklung der Stealth-Technologie.
- Stealth bedeutet allerdings nicht, dass ein Flugzeug tatsächlich unsichtbar wird.
- Es geht darum, seine Erkennbarkeit für bestimmte Sensorsysteme zu reduzieren.
- Beim F-117 Nighthawk wurde dies unter anderem durch eine ungewöhnliche, stark facettierte Form und radarabsorbierende Materialien erreicht.
- Das National Air and Space Museum beschreibt die ungewöhnliche Geometrie und die radarabsorbierende Beschichtung als zentrale Bestandteile der geringen Radarerkennbarkeit der F-117.
- Damit schließt sich der Kreis zum Anfang.
- Eine elektromagnetische Welle trifft auf ein Objekt.
- Die Form des Objekts beeinflusst die Reflexion.
- Materialien können elektromagnetische Energie teilweise absorbieren.
- Und dadurch kann sich die Radarerfassung verändern.
„F-117, B-2 und F-35 – drei Schritte der Entwicklung“
- Die F-117 steht dabei für eine entscheidende Frage.
- Wie mache ich ein Flugzeug für Radar möglichst schwer erkennbar?
- Beim B-2 wurde das Prinzip in einen strategischen Bomber integriert.
- Bei modernen Systemen wie der F-35 kommt zusätzlich eine umfangreiche Sensorik hinzu.
- Die Entwicklung geht deshalb von der reinen Verringerung der Signatur immer stärker zur Verbindung von geringer Erkennbarkeit, Sensoren, Datenverarbeitung und Vernetzung.
- Stealth ist damit nicht einfach eine Tarnfarbe.
- Es ist ein komplexes Zusammenspiel aus Geometrie, Materialien, Sensorik, Elektronik und Einsatzverfahren.
„Stealth bedeutet nicht Unsichtbarkeit“
- Gerade die Geschichte der F-117 zeigt, warum diese Unterscheidung wichtig ist.
- Die F-117 konnte ihre Erkennbarkeit erheblich reduzieren.
- Sie war aber nicht unsichtbar.
- 1999 wurde während des NATO-Luftkriegs über dem damaligen Jugoslawien eine F-117 von der serbischen Luftverteidigung abgeschossen.
- Die US Air Force beschreibt den Abschuss ausdrücklich als Beispiel dafür, dass auch ein Stealth-Flugzeug unter bestimmten Bedingungen entdeckt und bekämpft werden konnte.
- Damit ist die physikalische Aussage klar.
- Stealth verändert die Wahrscheinlichkeit und die Bedingungen einer Entdeckung.
- Stealth hebt die Gesetze der Elektrodynamik nicht auf.
„Die Militärtechnik folgt der gleichen Physik wie der Funkamateur“
- Das ist vielleicht einer der interessantesten Punkte unserer gesamten Geschichte.
- Der Funkamateur beschäftigt sich mit Frequenz, Wellenlänge, Antenne, Polarisation und Ausbreitung.
- Das Militär beschäftigt sich ebenfalls damit.
- Nur werden dort zusätzlich Radar, elektronische Aufklärung, Störung, Kommunikation, Navigation und Signaturmanagement miteinander verbunden.
- Der physikalische Grundbaustein bleibt derselbe.
- Es handelt sich um elektromagnetische Energie.
„Satelliten – die Antenne wird zum Weltraumsystem“
- Mit Satelliten erweitert sich unser Funknetz schließlich über die Erdoberfläche hinaus.
- Ein Satellit kann als Kommunikationsplattform, Navigationssystem, wissenschaftliches Instrument oder Beobachtungsplattform dienen.
- Dabei werden elektromagnetische Wellen nicht nur zur Kommunikation verwendet.
- Sie dienen auch der Beobachtung der Erde.
- Satelliten können beispielsweise sichtbares Licht, Infrarot, Mikrowellen und andere Spektralbereiche erfassen.
- Damit können Wissenschaftler Wolken, Temperatur, Vegetation, Wasser, Eis und Veränderungen der Erdoberfläche untersuchen.
- Elektromagnetische Strahlung wird damit zu einem Messinstrument für unseren gesamten Planeten.
„Die Erde sendet ebenfalls Strahlung aus“
- Die Erde empfängt Energie von der Sonne.
- Sie reflektiert einen Teil davon und gibt Energie wieder an den Weltraum ab.
- Ein wesentlicher Teil dieser abgegebenen Energie ist thermische Infrarotstrahlung.
- Dieser Energieaustausch ist Bestandteil des Strahlungshaushalts der Erde.
- Damit wird verständlich, warum elektromagnetische Strahlung auch für die Klimaforschung eine zentrale Rolle spielt.
- Die Sonne liefert Energie.
- Die Erdoberfläche und die Atmosphäre nehmen Energie auf.
- Die Erde gibt Energie als Strahlung wieder ab.
- Treibhausgase beeinflussen dabei, wie bestimmte Bereiche der thermischen Infrarotstrahlung durch die Atmosphäre transportiert werden.
„Sonne, Eis und Gletscher“
- Auch die Frage nach schmelzendem Eis lässt sich deshalb physikalisch in diesen Zusammenhang einordnen.
- Die von der Sonne kommende elektromagnetische Strahlung liefert Energie für das Klimasystem.
- Absorbiertes Sonnenlicht trägt unter anderem zur Erwärmung der Erdoberfläche bei und kann Schnee und Eis schmelzen.
- Gleichzeitig beeinflussen Atmosphäre, Wolken, Ozeane, Eisflächen und Treibhausgase den Energiehaushalt.
- Die heutige Klimaerwärmung lässt sich deshalb nicht sinnvoll mit dem Satz „elektromagnetische Wellen erwärmen die Erde“ erklären.
- Die wissenschaftlich richtige Betrachtung ist wesentlich komplexer.
- Es geht um den gesamten Energiehaushalt des Erdsystems und darum, wie viel Energie hineinkommt und wie viel wieder in den Weltraum abgegeben wird.
„Elektromagnetische Wellen und die Natur“
- Elektromagnetische Felder sind nicht erst mit Funkgeräten auf der Erde angekommen.
- Die Natur war schon immer elektromagnetisch.
- Gewitter erzeugen elektrische Felder.
- Die Erde besitzt ein Magnetfeld.
- Die Sonne liefert elektromagnetische Strahlung und Teilchenstrahlung.
- Und einige Tiere können das Erdmagnetfeld für ihre Orientierung nutzen.
- Für Meeresschildkröten und Lachse gibt es beispielsweise Hinweise auf eine Wahrnehmung des Erdmagnetfeldes und dessen Nutzung zur Navigation.
- Damit ist das Erdmagnetfeld nicht nur ein Thema für Kompass und Navigation.
- Es gehört auch zur natürlichen Umwelt vieler Lebewesen.
„Elektromagnetische Strahlung und der Mensch“
- Auch der Mensch ist ein elektrisches System.
- Nerven arbeiten mit elektrischen Signalen.
- Das Herz erzeugt elektrische Aktivität, die beispielsweise mit einem Elektrokardiogramm gemessen werden kann.
- Gleichzeitig nehmen unsere Sinnesorgane nur einen winzigen Teil der elektromagnetischen Welt direkt wahr.
- Unser Auge erkennt sichtbares Licht.
- Andere Bereiche des Spektrums bleiben für unsere Sinne unsichtbar.
- Technik erweitert deshalb unsere Wahrnehmung gewaltig.
- Wir können Funkwellen messen.
- Wir können Infrarot erfassen.
- Wir können Röntgenstrahlung sichtbar machen.
- Wir können Gammastrahlung nachweisen.
- Wir können Radar einsetzen.
- Und wir können elektromagnetische Signale aus dem Weltraum analysieren.
„Was ist gesundheitlich gesichert?“
- Gerade bei diesem Thema ist eine klare Trennung zwischen Physik, Wirkung und Spekulation notwendig.
- Elektromagnetische Felder können abhängig von Frequenz und Intensität biologische Wirkungen haben.
- Bei hochintensiven Hochfrequenzfeldern ist die Erwärmung von Gewebe der wichtigste bekannte biologische Wirkmechanismus.
- Die Weltgesundheitsorganisation weist gleichzeitig darauf hin, dass für niedrige Alltagsbelastungen durch elektromagnetische Felder bisher keine gesundheitlichen Schäden bestätigt wurden, während bestimmte Fragen weiterhin wissenschaftlich untersucht werden.
- Das bedeutet weder, dass jede elektromagnetische Strahlung harmlos ist, noch dass jede Funkwelle automatisch gefährlich ist.
- Es kommt auf Frequenz, Intensität, Expositionsdauer und die konkrete Situation an.
- Auch deshalb müssen elektromagnetische Strahlung, ionisierende Strahlung und nichtionisierende Strahlung sauber voneinander unterschieden werden.
„Wenn aus Physik Science-Fiction wird“
- Je mehr der Mensch über elektromagnetische Vorgänge gelernt hat, desto stärker wurde die technische Fantasie.
- Radar konnte unsichtbare Objekte erkennen.
- Funk konnte Stimmen und Daten über große Entfernungen übertragen.
- Satelliten konnten Kommunikation und Navigation global erweitern.
- Stealth-Technologie konnte die Erkennbarkeit von Flugzeugen reduzieren.
- Und irgendwann begann die Science-Fiction, diese Möglichkeiten gedanklich weiterzutreiben.
- Hier kommen Geschichten wie das Philadelphia Experiment ins Spiel.
- Die angebliche militärische Technologie hinter dieser Geschichte ist historisch nicht als realer Versuch nachgewiesen.
- Die später daraus entstandene Filmwelt gehört deshalb in den Bereich der Science-Fiction und der Legendenbildung.
- Noch deutlicher wird die Grenze bei Star Trek.
- Die klingonische Tarnvorrichtung ist eine fantastische Weiterentwicklung des Gedankens, ein Objekt nicht nur schwer erkennbar, sondern praktisch unsichtbar zu machen.
- Die reale Stealth-Technologie kann die physikalischen Voraussetzungen für solche Geschichten liefern.
- Sie kann aber keine klingonische Tarnvorrichtung erzeugen.
„HAARP – reale Technik und falsche Schlussfolgerungen“
- Auch HAARP passt in diese Geschichte, allerdings nur mit einer sauberen Trennung zwischen Realität und Behauptung.
- HAARP steht für High-frequency Active Auroral Research Program und beschäftigt sich mit der Ionosphäre.
- Die Anlage kann elektromagnetische Hochfrequenzenergie in die Ionosphäre einstrahlen und dort kleine, kontrollierte Veränderungen untersuchen.
- Damit ist HAARP reale Technik.
- Daraus folgt jedoch nicht, dass HAARP die Sonne steuern oder Sonnenstürme erzeugen kann.
- Die physikalische Größenordnung ist entscheidend.
- Eine Anlage auf der Erde kann lokal und begrenzt auf die Ionosphäre einwirken.
- Die Sonne ist dagegen ein Stern mit einer gewaltigen Energieproduktion.
- Zwischen beiden Größenordnungen liegen Welten.
- Genau hier zeigt sich, warum wissenschaftliche Analyse so wichtig ist.
- Man muss nicht behaupten, eine Technologie könne überhaupt nichts bewirken.
- Man muss vielmehr fragen, was sie tatsächlich bewirken kann und in welcher Größenordnung.
„Vom Funkgerät bis zum Weltraumwetter“
- Damit schließt sich unser roter Faden.
- Wir beginnen bei einem Menschen mit einem Funkgerät.
- Wir betrachten die Antenne.
- Wir sprechen über Frequenz und Wellenlänge.
- Wir untersuchen Reichweite und Ausbreitung.
- Wir kommen zum Richtfunk.
- Wir betrachten die Ionosphäre.
- Wir erreichen die Satellitennavigation.
- Wir landen beim Radar.
- Wir gelangen zur Stealth-Technologie.
- Wir betrachten die Auswirkungen der Sonnenaktivität.
- Und schließlich stehen wir bei einem System, in dem Sonne, Erde, Atmosphäre, Magnetfeld, Technik und Mensch miteinander verbunden sind.
- Das Faszinierende daran ist, dass dabei nicht eine einzige geheimnisvolle Kraft am Werk ist.
- Es handelt sich um viele bekannte physikalische Prozesse, die miteinander gekoppelt sind.
„Der rote Faden führt sogar zurück zum Funkamateur“
- Für mich persönlich schließt sich damit ein Kreis.
- Was beim CB-Funk mit einem Funkgerät und einer Antenne begann, führt über den Amateurfunk zu einem viel größeren Verständnis unserer Umwelt.
- Eine Funkverbindung ist nicht einfach nur eine Verbindung zwischen zwei Geräten.
- Sie ist eine Wechselwirkung zwischen Sender, Antenne, Raum, Atmosphäre, Erde und Empfänger.
- Unter besonderen Bedingungen kommt die Ionosphäre hinzu.
- Bei Satellitenverbindungen kommt der Weltraum hinzu.
- Bei Weltraumwetter kommt die Sonne hinzu.
- Und plötzlich wird aus einem kleinen Funkgerät ein Zugang zu einem physikalischen System, das den gesamten Planeten umfasst.
„Was wir tatsächlich gelernt haben“
- Elektromagnetische Wellen sind weder geheimnisvoll noch belanglos.
- Sie sind eine der grundlegenden Erscheinungsformen der Natur und gleichzeitig eine der wichtigsten Grundlagen moderner Technik.
- Wir nutzen sie zum Kommunizieren.
- Wir nutzen sie zum Navigieren.
- Wir nutzen sie zum Beobachten.
- Wir nutzen sie zum Messen.
- Wir nutzen sie zur medizinischen Diagnostik.
- Wir nutzen sie für Radar.
- Wir nutzen sie für Satelliten.
- Wir nutzen sie in der Forschung.
- Und wir versuchen sogar, ihre Wechselwirkungen mit der Ionosphäre und dem Weltraumwetter möglichst genau vorherzusagen.
- Dabei zeigt sich eine interessante Grenze menschlicher Technik.
- Wir können elektromagnetische Wellen erzeugen, bündeln, empfangen, reflektieren, absorbieren und auswerten.
- Wir können ihre Ausbreitung beeinflussen.
- Wir können ihre Informationen nutzen.
- Aber wir können damit nicht beliebig die Naturgesetze außer Kraft setzen.
- Genau deshalb ist die Wirklichkeit manchmal sogar spannender als die Science-Fiction.
„Vom CB-Funk bis zu den Sternen“
- Der Weg von meinem ersten Funkgerät bis zu den großen Fragen der modernen Physik ist weiter, als man zunächst glauben könnte.
- Aber der rote Faden ist vorhanden.
- CB-Funk führt zum Amateurfunk.
- Amateurfunk führt zu Antennen und Ausbreitung.
- Ausbreitung führt zur Ionosphäre.
- Die Ionosphäre führt zum Weltraumwetter.
- Weltraumwetter führt zur Sonne und zum Erdmagnetfeld.
- Radar führt zur Erkennung.
- Die Frage nach Erkennung führt zur Stealth-Technologie.
- Satelliten verbinden all diese Bereiche miteinander.
- Und die Science-Fiction nimmt reale physikalische Möglichkeiten und denkt sie weiter.
- Am Ende steht deshalb keine einzelne technische Erfindung.
- Am Ende steht ein gewaltiges Netzwerk aus elektromagnetischen Vorgängen, das unsichtbar über, unter und um uns herum existiert.
- Wir sehen davon nur einen winzigen Ausschnitt.
- Trotzdem basiert ein erheblicher Teil unserer modernen Zivilisation darauf.
- Und vielleicht ist genau das der faszinierendste Gedanke an der ganzen Geschichte.
- Wir leben in einer Welt voller Wellen, Felder, Strahlung und Signale.
- Die meisten davon sehen wir nicht.
- Aber ohne sie würde unsere heutige Welt völlig anders aussehen.









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